Neues von Kayleigh Seite 2

10 Mai 2017

Hallo liebe Astrid, lieber Andreas und natürlich liebe Mama Aggy!

 

Nun bin ich schon über ein halbes Jahr ein echtes „Kölsches Mädscher“ und wollte mich endlich mal wieder bei euch melden und euch berichten, was ich inzwischen so alles erlebt habe. Bisher hatte ich nämlich kaum Zeit euch zu schreiben, weil ich soooo viel Neues auf der Welt entdecken musste. 😊

Zunächst einmal ging es kurz nach meiner letzten Mail an euch auf große Reise an einen mir völlig unbekannten Ort. Meine Menschen nennen es „Urlaub in Bayern“ und veranstalten diese Reise wohl häufiger – Joshua ist jedenfalls vor Freude ausgerastet als wir dort ausstiegen. Da dachte ich mir, dass es wohl toll sein muss in Bayern und habe mich auch ziemlich schnell wohl gefühlt. Allerdings ist der Boden in Bayern sehr merkwürdig, müsst ihr wissen! Er ist ganz weiß und kalt und nass. Aber es macht unheimlich viel Spaß durch dieses weiße Zeug hindurch zu flitzen. Ich bin Joshua einfach immer hinterher gelaufen - auch wenn ich dabei manchmal fast in dem weißen Zeug versunken bin. Das fanden dann alle ziemlich witzig. 😉 Heute würde ich darin allerdings nicht mehr versinken; schließlich bin ich mittlerweile ein großes Mädchen von 18 Kilo und ungefähr 48 cm geworden – ganz genau weiß man das nicht, da stillstehen derzeit nicht meine größte Stärke ist. An einem Abend hat es dort in Bayern jedoch plötzlich überall um uns herum sehr laut geknallt. Da war ich dann ziemlich froh, meinen großen Beschützer Joshua sowie Mama und Tanti dabei zu haben. Inmitten meines Rudels konnte ich mir die ganzen bunten Bilder am Himmel und das laute Knallen aus sicherer Entfernung und von drinnen aus anschauen und anhören ohne allzu große Angst haben zu müssen. Am nächsten Tag war dann der Spuk wieder vorbei und ich habe ganz viel Wald erkunden dürfen und soll ich euch was sagen!? Wald mit weißem Boden ist superklasse!!! Das mit dem Urlaub in Bayern können wir also definitiv öfter machen, zumal da das ganze Rudel immer zusammen ist und gaaanz viel Zeit zum Spielen, Kuscheln und Erkunden hat.


Auch Zuhause hat sich mein Leben jetzt schon verändert. Erinnert ihr euch noch, dass ich Joshua von Anfang an beim Mantrailen zugucken durfte, um so die Stadt zu erkunden? Nun bin ich schon so groß und erwachsen, dass ich selbst angefangen habe, Menschen zu suchen und natüüüürlich auch zu finden – schließlich bin ich in allem, was ich tue ein Naturtalent. 😊 Darüber hinaus darf ich meinem großen Freund jetzt auch immer bei der „Arbeit“ helfen. Der hat nämlich noch einen zweiten, ganz wichtigen Job, müsst ihr wissen. Manchmal verlieren Menschen ja einfach so im Wald, im Gebüsch, im Wasser oder auf der Wiese Dinge. In unserem Fall waren es zuerst Bälle, dann Zergel und später so komische Gegenstände, die sie Dummys nennen. Und stellt euch vor: die Menschen sind dann zu blöd solche Sachen wiederzufinden und zu holen. Dafür haben sie aber uns Retriever, sagen sie – wir müssen diese Gegenstände nämlich dann wiederfinden und zu ihnen bringen. Was soll ich sagen? Das habe ich natürlich schnell verstanden! 😃 Nur bin ich noch nicht ganz so mutig wie mein großer Freund. Der würde ja fast alles tun, um den Menschen ihre Gegenstände wieder zu bringen. Ich finde es noch ziemlich gefährlich dafür ins Wasser zu gehen oder auf eine Brennesel zu tapsen…das überlasse ich vorerst noch ihm. 😉

Und dann gab es da vor einigen Wochen noch ein ganz besonderes Hundetreffen, von dem ich euch berichten möchte. Eigentlich fing der Tag ziemlich verregnet und gar nicht so schön an. Doch dann stiegen wir in das Auto und als wir wieder ausstiegen, warteten da zwei Zweibeiner mit einem Hund. Das ist doch nichts Ungewöhnliches meint ihr? Na dann wartet mal ab, wer das war: ich habe es ja erst selbst nicht geglaubt, aber das war mein Bruder Hank mit seinem Rudel. Die wohnen doch tatsächlich ganz in der Nähe und haben sich wohl heimlich mit meinem Rudel verabredet. Eeeigentlich bin ich ja gar nicht sooo begeistert von Begegnungen mit anderen Hunden – kann man machen, muss man nicht. Aber als ich Hank gesehen habe, da habe ich mich riesig gefreut und wir waren nicht mehr zu halten. Da habe ich sogar mal kurz meinen Joshua aus den Augen verloren. 😊

Zum Abschluss muss ich euch aber noch von der tollsten Woche meines bisherigen Lebens erzählen. Vor einigen Wochen, packten Mama und Tanti wieder alles für eine große Reise. Diesmal nannten sie das Ganze aber „Hundeurlaub in Holland“. Klingt schonmal nicht schlecht, dachte ich mir und bin fröhlich in den Kofferraum gehüpft (ja, ok, eigentlich soll ich noch nicht hüpfen…aber ich bin ein Toller, da passiert das manchmal 😉 ). Dort wo wir angekommen sind, gab es übrigens wieder einen ganz merkwürdigen Boden, nochmal anders als hier in Köln oder dort in Bayern: der war ganz hellbraun und körnig und wenn der Wind kommt, dann fliegt einem der Boden um die Schlappohren. Ganz in der Nähe von diesem Boden ist auch immer gaaaaanz viel Wasser. Also viel mehr als in unseren Näpfen, viel mehr noch als in der bösen Badewanne und sogar noch mehr als in dem kleinen See, an dem ich (eigentlich) schwimmen lernen sollte. Also so richtig, richtig viel Wasser. Das war mir ja erst etwas unheimlich, das muss ich schon gestehen. Aber wenn man nur mit den Pfötchen dadurch flitzt, dann macht das einen riesigen Spaß. Und in diesem körnigen Boden zu liegen und die erste Sonne zu genießen, das war auch toll, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. 😊 Naja, und nach zwei Tagen, da kamen dort doch tatsächlich meine liebste Hundetrainerin und noch ganz viele andere Menschen mit anderen Hunden an. Wir haben uns ab dann täglich mit denen getroffen und sooo viel erlebt – so viel Spaß hatte ich noch nie. Wir haben uns zunächst alle dort kennengelernt, wo das viele Wasser ist und lustige Übungen gemacht. Die Menschen haben sich das abends als Filmchen nochmal angesehen und darüber gesprochen…da haben wir Vierbeiner aber schon tief und fest geschlummert. In den nächsten Tagen haben wir dann Fun-Agility ausprobiert (wobei ich mit meiner Mama natürlich mit einem Punkt Vorsprung vor Joshua und Tanti auf dem ersten Platz gelandet bin *stolzguck*), apportieren (so nennt sich das Dingsbummse wiederbringen) und suchen geübt, wurden wie Pferde longiert und durften oft auch einfach toben, die Welt erkunden und Spaß haben, wie zum Beispiel bei einer großen „Strandwanderung“. Was auch immer Strand sein soll… Am liebsten wären Joshua und ich jedenfalls einfach für immer dort geblieben, aber Mama meinte, dass das leider nicht geht, weil sie Geld verdienen muss, da einer von uns so unbändig viel Hunger hat…wen sie damit bloß gemeint hat??? Bestimmt denkt sie dabei an eines der vielen Kaninchen hier – die futtern mir aber auch wirklich jede Möhre weg! 😃


Nunja, dann machen wir es uns jetzt eben zuhause wieder schön und freuen uns auf viele weitere gemeinsame Erlebnisse, die sicher kommen werden – hier wird es offenbar nie langweilig. Bis dahin kuschele ich morgens einfach gemütlich mit meiner Mama, erlebe dann einen tollen Hundetag, und krieche dann abends heimlich zu meinem Tanti auf’s Sofa. 😉 Ihr seht also – es hat sich auch nichts daran geändert, dass ich die verkuschelste Hündin der Welt bin. 😊 Auch mit Joshua kuschele ich jetzt häufiger. Ich glaube, er merkt langsam, dass ich die tollste Hundefrau überhaupt werde. Schließlich bin ich jetzt auch schon ziemlich erwachsen geworden, wenn auch noch nicht ganz (falls ihr versteht, was ich meine 😉 ). Ich welpe nämlich nicht mehr wie früher – ich „junghunde“ jetzt. „Junghunden“ macht man auch nicht mehr im Garten oder im Haus, das macht man draußen auf einer möglichst großen Wiese. Dann rennt man, wie von der Tarantel gestochen, los und flitzt ganz viele Runden um das Rudel herum bis man nicht mehr kann. Dann wirft man sich plötzlich einfach erschöpft aber glücklich auf die Wiese und genießt das Leben. Ich glaube, das könnte ich jetzt auch mal wieder gebrauchen – eine Runde junghunden. 😊 Also mache ich mich mal auf den Weg. Ich hoffe, euch und meinen Geschwistern ergeht es ebenso gut wie mir und ich freue mich schon sehr darauf, euch ganz bald mal wiederzusehen! :-*

Liebe junghundige Grüße,

 

eure Hummel Kayleigh von der Kattenheide